BJK Stellungnahme und Kurzgutachten: Chancengleichheit für junge Menschen stärken

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In ihrer Stellungnahme zur sozialen Mobilität betont das Bundesjugendkuratorium (BJK), wie entscheidend gleichberechtigte Bildungs- und Aufstiegschancen für junge Menschen sind. Insbesondere beim Übergang ins Erwachsenenleben, wo zentrale Weichen für die berufliche und soziale Zukunft gestellt werden.

Das BJK unterstreicht, dass individuelle Anstrengungen – vor allem in der beruflichen Bildung – Anerkennung finden müssen. Junge Menschen sollen unabhängig von ihrer sozialen Herkunft eigene Perspektiven entwickeln und gesellschaftliche Teilhabe erreichen können. Vier vom BJK beauftragte Gutachten (u. a. zu Studienabbrüchen, Wohnungslosigkeit, finanzieller Prekarität und Übergängen in Ausbildung) belegen, dass soziale Herkunft weiterhin maßgeblich über Teilhabe und Aufstiegschancen entscheidet.

Es werden Forderungen an die Politik formuliert: Es braucht gezielte Investitionen in Bildungs- und Unterstützungsstrukturen – insbesondere für Bildungsaufsteiger*innen sowie benachteiligte junge Menschen, etwa mit Fluchtgeschichte, Behinderungen oder Jugendhilfeerfahrungen. So können Mehrfachbenachteiligungen wirksam verhindert werden.

Die vollständige Stellungnahme und die Gutachten sind hier abrufbar.

Junge Menschen in Ausbildung bringen: Interview mit einer Berufsberaterin der JBA Dresden

Wie gelingt es, auch schwer erreichbare junge Menschen in Ausbildung zu bringen? In einem aktuellen Interview gibt Kathrin Schubert, Berufsberaterin im Jugend-Beratungscenter Dresden, spannende Einblicke in ihren Arbeitsalltag in einer Jugendberufsagentur. Sie berichtet unter anderem von einem innovativen Speeddating-Format, bei dem Jugendliche direkt in Zügen am Dresdner Hauptbahnhof auf Personalverantwortliche aus 40 Unternehmen trafen – unkompliziert, niedrigschwellig und mit ersten Erfolgen.

Das Interview bietet praxisnahe Anregungen für Fachkräfte in Jugendberufsagenturen, zeigt gelungene Kooperationen mit Kammern und Betrieben auf und macht deutlich, wie wichtig kreative Zugänge für die Ansprache und Unterstützung junger Menschen sind.

Das vollständige Interview finden Sie hier. 

Trendstudie „Jugend in Deutschland 2025“: verantwortungsbewusst, leistungsbereit und an der Gestaltung ihrer Zukunft interessiert

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Die achte Trendstudie „Jugend in Deutschland 2025“ zeigt, dass die junge Generation in Deutschland trotz globaler Krisen wie Krieg, Inflation und gesellschaftlicher Unsicherheiten optimistisch bleibt.

Viele junge Menschen verspüren Angst vor Altersarmut oder dem Zusammenbruch des Rentensystems. Sie erkennen die Notwendigkeit, zur Finanzierung der heutigen Renten beizutragen. Doch gleichzeitig lehnen junge Menschen mehrheitlich ab, das Renteneintrittsalter zu erhöhen (65%) oder das Rentenniveau zu senken (74%). Stattdessen erwarten sie, dass der Bundeszuschuss gesteigert wird und höhere Staatsausgaben für die Rente folgen. Sie erwarten einen fairen Generationenvertrag mit einer klaren Vision für die Zukunft. Die Studie widerspricht dem Klischee, junge Menschen seien besonders faul: 81 Prozent von ihnen gehen einer Vollzeitbeschäftigung nach. Was sich verändert hat, ist die Haltung zur Arbeit hat: Die Idee, in jungen Jahren hart zu arbeiten, um sich später ein gutes Leben aufzubauen, verliert zunehmend an Bedeutung.

Die Trendstudie appelliert: Die kommende Bundesregierung steht in der Pflicht, die Lebensrealität junger Menschen wirtschaftlich und sozial deutlich zu verbessern. Im Fokus stehen bezahlbarer Wohnraum, faire Bildungschancen, ein verlässliches Rentensystem, politische Mitbestimmung und die Vermittlung von Zukunftskompetenzen für ein lebenswertes Morgen. „Die junge Generation will nicht nur funktionieren, sie will gestalten – und erwartet von der neuen politischen Führung, dass sie diesen Gestaltungswillen ernst nimmt.“, erklärt der Studienleiter Simon Schnetzer.

Mehr Information zur Trendstudie finden Sie hier.

#transjugend Portal: Unterstützung, Erfahrungen und Inspiration für junge Menschen

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Manche Jugendliche sind sich unsicher, ob sie trans* sind oder welche Identität sie haben. Sie haben vielleicht Fragen zu Labels, Pronomen oder medizinischen bzw. sozialen Schritten einer Transition. Andere denken über ein Coming-out nach, wissen aber nicht, wie sie es angehen sollen.

Genau hier setzt das Angebot des #transjugend Portals an: Es bietet Unterstützung, Orientierung und Informationen für junge trans* Menschen – unabhängig davon, wie klar oder offen ihre Fragen bereits sind.

Auf dem Portal finden Sie und Jugendliche:

  • leicht zugängliche Informationen zu trans* und nicht-binären Themen,
  • persönliche Erfahrungsberichte von anderen trans* Personen,
  • praktische Tipps und bestärkende Übungen,
  • sowie eine Sammlung von unterstützenden Angeboten und Anlaufstellen vor Ort.

Leiten Sie das Angebot gern an junge Menschen weiter, die auf der Suche nach Orientierung, Austausch oder Unterstützung sind.

Hier kommen Sie direkt zum Portal: https://www.trans-jugend.de/

OECD-Bericht beleuchtet zentrale Erkenntnisse zur Berufsorientierung weltweit

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Mittels Daten aus der OECD PISA-Studie (Programme for International Students Assessment) aus den Jahren 2000 bis 2022, fasst der OECD-Bericht zentrale Erkenntnisse im Hinblick auf die berufliche Entwicklung von Jugendlichen zusammen. Der Bericht zeigt, dass Schüler*innen in den OECD-Ländern zunehmend eine hohe Unsicherheit in Bezug auf ihre berufliche Zukunft äußern. Diese Unsicherheit hat seit 2018 deutlich zugenommen und führt zu schlechteren Beschäftigungsergebnissen im späteren Leben. Schüler*innen, die häufiger an Maßnahmen zur Berufsorientierung (BO) teilnehmen, zeigen in der Regel klarere Berufspläne und erzielen bessere Beschäftigungsergebnisse.

Um den Schüler*innen ihre vorhandenen Möglichkeiten näherzubringen, wird die Bedeutung einer wirksamen Berufsberatung und einer aktiven Einbindung von Arbeitgebenden betont. Bisher nehmen allerdings zu wenige Schüler*innen an BO-Maßnahmen teil. Vor allem benachteiligte Schüler*innen beteiligen sich seltener an BO-Aktivitäten. Dadurch werden bestehende Ungleichheiten weiter verschärft.

Der Bericht fordert stärkere Investitionen in Berufsorientierungssysteme, die früh im Bildungsverlauf ansetzen und die regelmäßige sowie sinnvolle Begegnungen mit Arbeitgebenden ermöglichen. Ziel ist, dass Schüler*innen  fundierte Entscheidungen über Bildungs- und Berufswege treffen und ihnen ein nachhaltiger Übergang in Beruf und Beschäftigung gelingt. 

Den vollständigen Bericht finden Sie hier.

Einordnung der aktuellen Migrations- und Integrationsgesetze aus Sicht der Jugendmigrationsdienste

Der Sachverständigenrat für Migration und Integration (SVR) weist in seinem Jahresgutachten 2025 „Reformen, die wirken? Die Umsetzung von aktuellen Migrations- und Integrationsgesetzen“ auf strukturelle Herausforderungen im föderalen System hin, die die Umsetzung migrationspolitischer Maßnahmen erschweren können.

In der öffentlichen Diskussion wird Zuwanderung häufig ambivalent betrachtet: Während gezielte Maßnahmen zur Gewinnung internationaler Fachkräfte – etwa in der Pflege oder im wissenschaftlichen Bereich – breite Unterstützung finden, wird allgemeine Migration mitunter als schwer steuerbar wahrgenommen. Die Erfahrungen aus der Praxis der Jugendmigrationsdienste (JMD) zeichnen jedoch ein differenzierteres Bild: Die vollständige Einordnung dazu finden Sie hier

Über die Jugendmigratonsdienste (JMD)

Die JMD begleiten insbesondere junge Zugewanderte im Alter von 18 bis 26 Jahren in der Übergangsphase von Schule zu Ausbildung oder Beruf. Sie bieten Unterstützung bei der Erstintegration, Sprachförderung, Behördengängen sowie psychosozialer Beratung.

Zugänge zu Jugendberufsagenturen erleichtern

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Interview mit Dr. Oliver Dick vom Institut für Sozialpädagogische Forschung Mainz

Im Gespräch mit der Servicestelle Jugendberufsagenturen (BIBB) beschreibt Dr. Oliver Dick, welche verschiedenen Arten von Zugangswegen Jugendberufsagenturen einrichten können und welche Chancen und Herausforderungen damit verbunden sind. 

Für sächsische Jugendberufsagenturen spielt das Thema Zugangsmöglichkeiten vor allem in ländlicheren Regionen eine wichtige Rolle. Es gilt vielfältige und niedrigschwellige Zugangswege für die sehr heterogene Zielgruppe zu entwickeln. Eine enge Zusammenarbeit mit Netzwerkpartnern und allgemeinbildenden wie berufsbildenden Schulen ist ebenso relevant wie die Nutzung vorhandener Hilfesysteme der kooperierenden Institutionen. Digitale Kontaktkanäle sind grundsätzlich sinnvoll,  jedoch nur dann, wenn hinter der digitalen Plattform konkrete Strukturen und Prozesse der Zusammenarbeit zwischen den Partnern existieren, die im Anschluss an die virtuelle Kontaktaufnahme greifen und sicherstellen, dass die geäußerten Anliegen auch zeitnah und in angemessener Form bearbeitet werden können.

Das vollständige Interview finden Sie hier