Wie gelingt der Übergang von der Schule in die Ausbildung? Welche Erwartungen haben Jugendliche, was brauchen Unternehmen und welche Ansätze funktionieren bereits erfolgreich? Der 14. JubaS-Themenkreis brachte am 22. September 2026 unterschiedliche Perspektiven zusammen und lieferte spannende Einblicke in die Faktoren, die über eine gelingende Passung entscheiden.
Die Beiträge im Überblick:
- Dr. Kristina Stoewe-Baars (Institut der deutschen Wirtschaft) stellte die Bedeutung von Sozialkompetenzen für den Übergang in Ausbildung und Beruf in den Mittelpunkt. Sie verdeutlichte, dass Sozialkompetenzen keine festen Charaktereigenschaften sind, sondern erlernt und weiterentwickelt werden können. Anhand aktueller Studien zeigte sie auf, dass Betriebe Arbeits- und Sozialverhalten als zentrale Voraussetzung für eine erfolgreiche Ausbildung betrachten, während sich viele Jugendliche zugleich mehr Orientierung für den Berufsalltag wünschen. Vorgestellt wurden praxisnahe Ansätze zur Förderung von Verlässlichkeit, Kommunikation und Teamfähigkeit im Übergang in Ausbildung.
- Sebastian Heiland (JOBLINGE Leipzig) präsentierte die Arbeit von JOBLINGE und ging auf die vielfältigen Bedarfe junger Menschen sowie die Herausforderungen von Unternehmen bei der Gewinnung und Bindung von Nachwuchskräften ein. Deutlich wurde, dass erfolgreiche Übergänge häufig eine ganzheitliche Unterstützung erfordern, die berufliche Orientierung, sozialpädagogische Begleitung, Mentoring und Ausbildungsbegleitung miteinander verbindet. Anhand konkreter Erfahrungen aus Sachsen zeigte Herr Heiland, wie kooperative Unterstützungsstrukturen dazu beitragen können, Potenziale junger Menschen nachhaltig zu erschließen.
- Iven Lenk (ESF Elbe-Stahlwerke Feralpi GmbH) gab Einblicke in die Praxis der Berufsorientierung und Nachwuchsgewinnung eines Industrieunternehmens. Im Fokus standen die vielfältigen Schulkooperationen des Unternehmens, darunter regelmäßige Praktikumsangebote, Werksführungen, Bewerbungstrainings und gemeinsame Bildungsangebote mit Schulen. Anhand dieser Beispiele wurde deutlich, wie frühzeitige und kontinuierliche Kontakte zu Schüler*innen dazu beitragen können, Interesse an Ausbildungsberufen zu wecken und Nachwuchskräfte langfristig für das Unternehmen zu gewinnen.
Zentrale Erkenntnisse des Themenkreises:
- Sozialkompetenzen wie Verlässlichkeit, Kommunikationsfähigkeit, Verantwortungsbewusstsein und Teamfähigkeit sind wichtige Voraussetzungen für gelingende Übergänge in Ausbildung und Beschäftigung.
- Junge Menschen benötigen Orientierung und Unterstützung beim Einstieg in die Arbeitswelt. Gleichzeitig profitieren Unternehmen von einer bewussten Begleitung und Sensibilisierung im Umgang mit den Erwartungen und Bedürfnissen junger Menschen.
- Nachhaltige Übergänge entstehen insbesondere dort, wo verschiedene Akteure zusammenwirken und junge Menschen langfristig begleitet werden.
- Frühzeitige Berufsorientierung sowie enge Kooperation zwischen Schulen und Unternehmen schaffen wertvolle Gelegenheiten, Berufe praktisch kennenzulernen und betriebliche Nachwuchsgewinnung erfolgreich zu gestalten.
Die Präsentationen der Referent*innen stehen Ihnen hier zum Download zur Verfügung:

